![]() |
|
||||||||||||||||||
d Gugge 46 Alles iber d Fasnacht 2009 Alles iber d Fasnacht 2010 Doo en Artiggel uus dr National Zeitung vo 1948: Die Gugge-Muusig ist das Gegenteil von einem Synphonie-Orchester und bildet ein bemerkenswertes Detail unserer Fasnacht. Sie erzeugt Radau durch alle erdenklichen, wenn möglich noch verbeulten Blechinstrumente, wobei natürlich die Tschinerätte, das Triangel und das Mansardenklavier nicht fehlen dürfen. Jeisy Miggers-Drummeli-Gugge-Muusig war ein klassisches Beispiel. Es wurde aber durch die Gugge-Muusig übertroffen, die gestern (Falsch! Der Setzer.) dem
Stubenwagen enthoben wurde und, kaum recht lebensfähig,
alles andere bereits in den Schatten gestellt hat.Sie marschierte nämlich in Regiments-Muusiggstärke auf und wies eine beinah unbeschreibliche Zusammensetzung von lärmenden, tschätterten, rätzenden, kläppernden, ratternden, klappernden, rauchenden und fauchenden, girrenden und gurrenden, hupenden und tutenden Instrumenten auf. Aber trotz dieses herrlichen Durcheinanders hörte man dennoch etwas wie eine Melodie heraus. Kurz nach 6 Uhr abends setzte sie sich von den «Drei Königen» aus in Bewegung.Voraus, in einer Zweierspänner-Chaise, zwei beschnauzte und bezylinderte Comitée-Herren, devot nach allen Seiten das Volk grüssend. Ihnen folgten vier Junteressli, auf denen beharnischte Ritter galoppierten – und dann die fast neunzig Mann starke Gugge-Muusig, angeführt von einem kostbaren Dirigenten. Eine unbeschreibliche Menschenmenge folgte ihr durch die Strassen der Innerstadt. Nach einem kurzen Erfrischungstrunk in den Thorsteinen sprangen auf dem «Seibi» plötzlich zwei Junteressli in den Brunnen und schwaderten munter auf und ab, dass es nur so spritzte. Kaum waren die Pferde gebadet, als es zum Nachtessen in den «Helm» ging. Es zog sich über eine Stunde hin, denn beidseitig der Teller lampten die Gugge-Muusig-Schüblige auf den Tisch hinaus. Als schliesslich vom Rathaus der achte Abendglockenklang ertönte, begannen auf dem Märt,
vor einer vieltausendköpfigen Menschenmenge, die Ritterspiele.Wild rannten, zu den Fanfarenstössen, die Junteressli gegeneinander an, wobei die einen und ihre Reisigen sich gegenseitig mit Seifeblootere so vermöbelten, bis nur noch einer auf der Walstatt übrigblieb. Er wurde als Sieger geehrt und mit dem Schwert zum Ritter geschlagen. Nach diesem herrlichen Einfall zog man noch einmal stadtauf und stadtab, und schliesslich fand man sich um 22 Uhr zum «Gugge-Fescht» in den «drei Königen» ein. Die Jungfrauen tanzten mit den Knappen, die Ritter mit den Dienstboten. Es war ein herrliches Fest. Bald trat die Konkurrenz, bald der Neid auf den Plan. Trommler wirbelten, und Schalmeien schmetterten durch den Saal – dann liess man die edlen Jungfrauen aufmarschieren. Als neutraler Gast hatte ein amerikanischer Oberst «Miss Gugge 1948» auszuwählen. Und er bewies, trotzdem er «von drüben» kommt, einen ausgezeichneten Geschmack für baslerische Eigenart. Denn er hatte bestimmt keine «Katz in Sack gekauft», was vor der Demaskierung sonst stets mit einem gewissen Risiko verbunden ist. Der Titel der «Basler Nachrichten» lautete in demselbigen Jahr übrigens: Grampool mit Methode.Und im Jahr 1949: Non plus ultra-Monster-Zyschdig-Guggemuusig. ... das war ein völlig totales Fasnachtsunternehmen, was da vom Hotel Drey Könige losbrach und durch die Innerstadt flutete ... ehe das Mordsding sich zum Markt hinwälzte, wo «Platz-Konzert» war ... An ainere Faasnacht hetts statt Wysswyy Absänth gää – uus Zahngleeser! S sygen alli so bsoffe gsi, dass me d Stiggli nimm hett kenne vonenander unterschaide ... Kulinaarisch hänn si au vyyl verbroche: Flaisch vom Grill, aber nur d Gnöche! Filet de Sole – aber ohni Filet – nur d Hutt und d Greet. Oder lauwarme Whisky uss Tetragugge. E Lischte, wo sich ellelang erwyttere liessi. 1971: 25 Joor Gugge 46 Dr Bricht vo de Basler Noochrichten isch denn nimme soo lang ussgfalle, wie no 20 Joor friehner. Aber, me hett numme s Bescht gschriibe: 3-Keenig-GuggefeschtWenn der Fasnachts-Zyschdig in den vergangenen Jahren eine so grosse Aufwertung erlebt hat, dann ist dies der Guggemuusig zu danken, die an der ersten Nachkriegs-Fasnacht, anno 1946, durch einige Freunde von den Alte Schnoogekeerzli samt zugewanderten Orten, von einer Stunde auf die andere ins Leben gerufen wurde – und seither 25 Jahre am Leben geblieben ist ... Am Gugge 46-Fescht hetts ibrigens e Daageslied gää, mit em Titel: El condom pesar ... Waas si denn aber am 50-jöörige, anno 1996, aagstellt hänn, hett alles ibertroffe – und daas
am Vogel Gryff!!! – e Frächhait fir vyyli – e Riisegaudi fir noo mee.
Originalton Oscht: Jetzt wird unübersehbar, dass da etwas kommt. Es scheint sich um eine aus der frühaztekischen Merowingerzeit stammende Dschunke zu handeln, welche, dann, und wann leise Pfupferlein von sich gebend, talwärts – weniger zu fahren, als vielmehr zu bremsen scheint. Die Ereignisse beginnen, sich zu überstürzen, als das Ganze jetzt in seiner fast unaussprechlichen Pracht sichtbar wird: Tatsächlich! Unglaublich! Faszinierend! In der Mitte des Gefährts – man glaubt, seinen Augen nicht zu trauen – thront – ungeheuerlich – unfassbar, sozusagen – thront Ihre Majestät persönlich, der Lällekeenig – persee! ... ...ein wuchtiges, mehrchoriges «Te Majestatum», begleitet von 200 gut abgestimmten Fanfarenbläsern, erschallt plötzlich aus allen verkaterten Stimmritzen, als Ihre Majestät aufs Schiff bittet. Alles, was Bändel trägt, wagt sich über den schmalen Steg weg auf das sehr provisorisch vertäute Ding, das sich als schwimmende Kreuzung zwischen Gross-Blech-Bidon und (liegendem) Kleiderschrank, entpuppt – und legt nach kurzer, aber stürmischer Begrüssung Ihrer Majestät, vom 3-King Richtung Rheinfelden ab. Ungeachtet der neugierig, den weiteren Verlauf der Dinge beäugenden Polizeiboote vollführt jetzt das
fantastische Gefährt, hundert Meter ostseits der Mittleren Brücke, einen elegant und gekonnt gefahrenen
Backbord-Bogen und schwimmt talwärts zurück (das richtige Joch keineswegs rammend), während immer
wieder die sonoren Kommandos Ihrer Majestät, des Lällekeenigs, erschallen ...
Dazu noch ein Bonmot – Originalton Kleinbasel: Eine bejahrte Frau, mit Baslerdialekt, erklärte einer staunenden Gruppe von Besuchern den Sinn und Zweck des Vogel Gryff. Zum Schluss meinte sie: Daas isch Tradizioon – syt vyyle hundert Joor!" ... Es isch nit esoo, dass mir uns daas Zyg wurden uss de Düüme suuge. Nai, ganz e Huffe isch hochoffiziöös und staatsaarchivaarisch verbrieft. Mer zitiere gärn uss dr «Schweizer Volkskunde», Heft 6, 75. Joorgang, 1985, zem Thema: Gugge-Musik Basel! ... vorwiegend Kameraden der Cliquen «Alti Schnoogekerzli» und «Schnoogekerzli»
fanden sich in der 1946 gegründeten «46er Guggemuusig» zusammen, die ebenfalls
(wie Jeisy Migger. Der Setzer) nur am Dienstagabend konzertierte und es noch heute hält.Die aus prominenten Kreisen, aus Geschäftsleuten und Beamten bis hin zum Obmann des Fasnachts-Comités zusammengewürfelte Guggenmusik hatte ihre besten Zeiten bis gegen 100 Mitglieder, die alle im «Charivari» (individuelle Kostümierung) und mit eigener Plakette auftraten. In der Mitte des Zuges marschierte eine «Kammerorchester»-genannte Gruppe als Melodienbläser mit; es waren zumeist Mitglieder von Jazz- und Unterhaltungsorchestern, aber etwa auch Teile der Knabenmusik oder einer Dorfmusik, die man nur für diesen Zweck engagierte. Einmal führten sie auch ein Harmonium mit sich, das sie nachher in den Rhein warfen,
was ihnen eine Busse von 150 Franken eintrug (= weltweit und global die 1. Busse für
Umweltverschmutzung. Der Setzer.) Dem Umzug folgte anschliessend im Hotel Drei Könige
der «Guggeball», ein Maskenball mit Wahl der «Jumpfere Gugge» (Maskenprämierung).Dem Beispiel der «Gugge 46» folgten andere Guggenmusiken, indem sie am Dienstagabend ebenfalls Platzkonzerte gaben ... ...dass man mit Papiertüten (= Gugge. Der Setzer.) Lärm erzeugen kann, zeigte die «46er Guggenmuusig» als Gag (1984) auf ihrem Dienstagszug ... ... bezüglich der Integration von Zuzügern (heute auch ausserkantonale Aktive. Der Setzer.) spielen die Guggenmusiken keine unwesentliche Rolle. Der Beitritt zu einer Guggenmusik ermöglicht ihnen, aktiv an der Fasnacht teilzunehmen ... Und no ebbis ganz Wichtigs:... wie wir gesehen haben, sind für Basel Guggenmusiken bereits um 1900 bezeugt. Die Stadt am Rheinknie ist also Ursprungsort der «Guggenmusik-Bewegung», die inzwischen Landes- und Sprachgrenzen überschritten hat ... ... immerhin sei darauf hingewiesen, dass z.B. in Luzern, Zürich und Solothurn direkt und/oder indirekt Basler Guggenmusiken imitiert wurden. In Luzern, wo 1948 eine Basler Formation am Fritschi-Umzug teilnahm, wurde noch in der gleichen Nacht eine Gruppe auf Initiative des in Luzern wohnhaften Baslers Sepp Ebinger gegründet. Diese Musik nahm ein Jahr darauf an der Zürcher Fasnacht teil, wo bereits 1948 durch zwei
Basler Originale, Lucca und Wiesely, eine Guggenmusik improvisiert worden war. In Solothurn schliesslich, wo eine «Chesslete» schon lange den Fasnachtsbeginn bildet, liess sich 1949 der Obmann einer Fasnachtszunft an der Basler Fasnacht inspirieren und gründete mit den Zunftsmitgliedern kurz darauf die erste Solothurner Guggenmusik ... ...und daas muess de Lozärner aifach wiider emool gsait wärde! |
|||||||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||||||